Gebäude 08

17geschossiges Wohnhaus
Architekt: Dr. Luciano Baldessari, Mailand
Bartningallee 5, "Punkt"-Hochhaus

Lage: Das Gebäude ist das westlichste in der Reihe von fünf turmartigen, etwa gleich hohen Häusern im Nordosten des Hansaviertels. Über einer Grundfläche von 30x19 m erreicht es mit seinen 17 Geschossen eine Höhe von 53,50 m. Erd- und 1. Obergeschoss sind 3,50 m, die anderen Stockwerke 3 m hoch.

Konstruktion: Die tragenden Elemente in der Stahlbetonkonstruktion sind lamellenartige Scheiben, die sich - 20 cm dick - durch das Haus ziehen. lm Süden ruht das Gebäude auf Pfeilern, die sich bis in das 1. Geschoss ziehen, da in diesem Teil große Räume für Geschäftszwecke gewonnen werden. Die Fassaden werden mit weißen Keramikplatten verkleidet.

Gliederung: Der Hauseingang befindet sich in der Mitte des Hauses auf der Ostseite. Im Keller liegen Wäscherei, Abstellräume und Räume für technische Anlagen, ferner ein Safe für die im Erdgeschoss untergebrachte Bankfiliale. Die Portierwohnung und zwei unter Umständen für Bürozwecke geeignete Appartements liegen im Erdgeschoss. Die Grundrisse der Normalgeschosse sind symmetrisch, so dass zwischen der Nord-Süd- und der Ost-West-Achse genau gleiche Teile liegen. Jedes Normalgeschoss hat acht Wohnungen, die an eine Sicherheitstreppe, einen Personen- und einen Lastenfahrstuhl angeschlossen sind. Diese führen bis in den Keller, so dass die dort liegenden Abstellräume und die Wäscherei bequem von den Wohnungen aus zu erreichen sind. Auf der Nord- und der Südseite öffnet sich das Haus um zwei durch alle Stockwerke reichende „Höfe“, die den Wohnungen und besonders dem Treppenhaus zusätzlich Licht und Luft geben.

Wohnungen: Die vier zentral gelegenen Wohnungen in jedem Stockwerk haben 36qm Fläche. Zu ihnen gehören: ein großes Zimmer mit Schlafnische, Küche, eingebauter Schrank, Bad, Korridor und Loggia. Die vier Wohnungen, die in jedem Geschoss auf der Nord- und Südseite liegen, sind 55 qm groß. Sie haben drei Zimmer, Küche, Bad, eingebauten Wandschrank und Loggia. Bei allen Wohnungen wurde der Platz für Eingang und Korridor zugunsten der eigentlichen Wohnfläche auf ein Minimum reduziert. Insgesamt werden in dem Gebäude 131 Wohnungen gewonnen, so wie das Erdgeschoss wird auch ein Teil des 1. Stockwerks für Bürozwecke genutzt. Auf dem Dach sollte eine allen Hausbewohnern zur Verfügung stehende Terrasse eingerichtet werden.

Mitarbeiter: Ing. E. Saliva (Mailand)
Örtliche Bauleitung: Architekt E. Klose (Berlin)
Statik: Dipl.-Ing. Rasteder (Berlin)
Gartengestaltung: Professor Pietro Porcianai (Florenz)
und Gustav Lüttge (Hamburg)

LUCIANO BALDESSARI
Luciano Baldessari, (†16. September 1982 in Mailand) Studium der Malaerei ab 1912 bei Luigi Comel in Rovereto. Diplom am Polytechnikum, Mailand 1922. Arbeit als Bühnenbildner bis 1928. Ab 1929 beteiligte er sich an diversen Bauvorhaben, darunter ein Verwaltungsgebäude in Mailand (1931), der Pressepavillion der 5. Triennale in Mailand (1933) und die Fürsorgeanstalt „Mutter und Kind“ in Brescia (1936). Von 1939 bis 1948 war er in New York, wo er sich hauptsächlich mit Malerei und Bühnenbild befasste. 1949 wurde Baldessari zum Mitglieder der „Academi degli Agiati“ in Rovereto berufen. 1954 fertigte er einen Entwurf für ein Kraftwerk in Trentino. Baldessari gilt als unkonventioneller Vertreter des Rationalismus.