Gebäude 15

Architekt: Professor Kay Fisker, Kopenhagen
3- bis 4geschossiges Wohnhaus
Bartningallee 10 a-d, Mehrfamilienhaus

Das drei- und viergeschossige Gebäude liegt zwischen der Gruppe der zweigeschossigen Flachbauten und den Hochhäusern im Nordosten des Hansaviertels. Durch die Gliederung in einen niedrigeren südlichen und einen höheren nördlichen Teil trägt der Bau dazu bei, die Verbindung zwischen den flachen und den hohen Bauten herzustellen. Das Haus grenzt im Norden an eine neue Wohnstraße, die in die Klopstockstraße mündet. Es ist 40 m lang (Längsachse in Nord-Süd-Richtung) und 11,39 m breit. Die südliche Hälfte ist 8,5 m, die nördliche 12 m hoch. Der umbaute Raum beläuft sich auf 4725 qm. Die insgesamt 16 Wohnungen haben zusammen eine Wohnfläche von 1011 qm.

Grundgedanke bei der Erschließung des Hauses war, mit so wenig Haupttreppen wie möglich eine Reihe von Wohneinheiten zu schaffen, die die Vorteile des Reihenhauses auch in der Etagenwohnung zur Geltung bringen. Nur im nördlichen Teil des Hauses liegt darum ein zentrales Treppenhaus; es erschließt in jedem Stockwerk eine Einzimmerwohnung und führt im hochgelegenen Erd- und im zweiten Obergeschoss auf Laubengänge. An diesen befinden sich die Eingänge zu insgesamt vier 3 1/2-Zimmer-Wohnungen. Von dem Laubengang im zweiten Stockwerk des dreigeschossigen Teiles gehen vier Einzimmerwohnungen ob. Vier 3 1/2-Zimmer-Wohnungen im Erdgeschoss dieses niedrigen Gebäudeteils erhalten einen eigenen Eingang zu ebener Erde. Treppenhaus und Laubengänge liegen auf der Ostseite.

Auch die Bäder und Küchen sowie einige Schlafräume (in den zweigeschossigen Wohnungen) liegen auf dieser Seite des Hauses. Auf der Westseite ziehen sich Balkone über die ganze Breite der Wohnungen.

Zu den vier Erdgeschosswohnungen des dreigeschossigen Teiles gehört statt des Balkons eine Terrasse, die unmittelbar mit dem Garten in Verbindung steht. Die insgesamt acht Einzimmerwohnungen haben zusammen 303 qm Wohnfläche, die acht Wohnungen mit 3 1/2 Zimmern sind zusammen 708 qm groß, sie reichen durch zwei Geschosse, haben also Innentreppen. Küchen und Flure sind mit Einbaumöbeln ausgestattet.

Das zu 40 Prozent unterkellerte Gebäude ist konstruktiv ein Schottenbau, das heißt, alle Lasten werden von den tragenden Querwänden aufgenommen. Außen-, Treppenhaus- und Wohnungstrennwände bestehen aus 24 cm dickem Hohlblockmauerwerk; sie werden farbig geputzt. Als leichte Trennwände wählte man 5 cm starke Ziegelsplittplatten. Decken und Dach sind Vollbetonplatten. Das Dach, das drei Prozent Gefälle hat, ist mit einer 6 cm dicken Korkschicht isoliert und mit einer weiß besplitteten Bitumenplatte belegt. Notschornsteine, Ventilationsklappen usw. sind in einem kammerartigen Aufbau aus Asbestzement zusammengefaßt, damit die Dachfläche nicht an vielen Stellen durchbrochen wird. Das Haus ist an die Fernheizung angeschlossen.

Statik und Bauleitung: Dipl.-Ing. Werner Jacob, Berlin
Gartengestaltung: C. Th. Sörensen (Kopenhagen) und
Wilhelm Hübotter (Hannover)

KAY OTTO FISKER
Kay Otto Fisker, *14. Februar 1893 in Fredriksborg; †21.06.1965 in Kopenhagen.
Er schloss sein Studium 1920 an der Königlichen Akademie der schönen Künste in Kopenhagen ab. Kay Fisker realisierte viele Projekte im sozialen Wohnungsbau (Vestersöhus, Bröndbyparken, Nygaardsparken). Zusammen mit C. F. Möller baute er die Universität Aarhus. Neben seiner Tätigkeit als Architekt entwarf er auch Möbel und Silberarbeiten. Fisker erzielte zahlreiche Preise, u. a. die Goldmedaille auf der internationalen Architekturausstellung in Gent 1921 und ebenfalls eine Goldmedaille bei der Pariser Weltausstellung 1925. 1936 trat er eine Professur an der Kopenhagener Kunstakademie an. 1952 wurde er Gastprofessor am Massachusetts Institut of Technology. Zahlreiche Abhandlungen und Veröffentlichungen gehören zu seinem Lebenswerk. Kay Fisker war ein Vertreter der traditionsgebundenen Architektur, beeinflusst durch die Ziele der Moderne.