Gebäude 28

Architekt: Professor Eduard Ludwig, Berlin
5 eingeschossige Einfamilienhäuser
Händelallee 26-34

Die fünf Einfamilienhäuser des Berliner Architekten liegen im südlichen Teil des Hansaviertels an der Straßenschleife der Händelallee.
Die Grundstücke werden von etwa 2,50 m hohen undurchsichtigen Einfriedungen sowie von Gebäudeteilen umgeben, so dass Wohnhöfe entstehen, in die man von außen keinen Einblick hat. Jedes der fünf Häuser hat einen anderen Grundriss, die Wohnflächen betragen etwa 80 bis 120 qm. Jedes Haus hat ferner eine Garage und einen Bastelraum. Die Gebäude werden durch Nachtstrom-Speicheröfen beheizt.
Fenster und Glaswände werden als fest stehende Holzrahmen mit Verbundglas und Lüftungsflügeln ausgeführt. Die Gebäude sind auf einem Bankettrost aus Beton auf vorverdichteter Kiesbettung gegründet. Hauptbaustoff für die Häusergruppe sind in der Fabrik vorgefertigte Gasbetonplatten, die auf der Baustelle zusammengesetzt werden. Küchen und Schlafzimmer sind mit Einbaumöbeln ausgestattet.

Örtliche Bauleitung: Architekt H. Hoffmann (Berlin)
Statik: Dipl.-Ing. H. G. Rochow (Berlin)
Gartengestaltung: Otto Valentien (Stuttgart)
Ernst Cramer (Zürich)

EDUARD LUDWIG
Eduard Ludwig, *1906 in Mülhausen/Thüringen, †1960 in Berlin. Mit der Erfahrung des Tischlergesellen studierte er an der Kunstgewerbeakadiemie in Dresden. Von 1928 bis 1932 schloss er eine Ausbildung am Bauhaus in Dessau bei Mies van der Rohe an, dessen Mitarbeiter er wurde. Nach einer Tätigkeit in der Hochbauabteilung des Reichspostministeriums von 1935 bis 1937 arbeitete Ludwig bis 1940 als freier Architekt in Berlin (Bauten für die UFA: _Filmtresor, negativhaus, Verwaltungsgebäude). Nach dem Krieg war er als freier Architekt tätig. Er gewann erste Preise bei den folgenden Projekten: Gedenkstätte Friedrichsfelde, Erdgeschosshäuser mit Wohnhöfen bei „Berlin Plant“, Hochhaus Lietzensee Berlin. Möbelwettbewerb Stuttgart. Das Luftbrückendenkmal am Flughafen Tempelhof wurde nach seinen Entwürfen ausgeführt. 1947 wurde Eduard Ludwig an die Hochschule für Bildende Kunst berufen.